Coaching und psychologische Beratung

Was ist Hochsensibilität?

Kennst du das, dass du das Gefühl hast, sensiblere Antennen für die Dinge zu haben als andere? Bist du sehr empathisch? Kannst du schlecht Grenzen zwischen dir und deiner Umwelt ziehen und tendierst zum Grübeln? Diese und andere Merkmale (s. Testfragen) sprechen für eine ausgeprägte Sensibilität, die als „Hochsensibilität“ erstmals von der amerikanischen Psychologin Elaine Aron definiert worden ist. Aron schätzt den Anteil hochsensibler Menschen auf 20 Prozent der Menschheit - ein großer Teil, wenn man bedenkt, wie wenig doch zum Thema in Deutschland bekannt ist.

Hochsensible haben sehr gute Antennen für die Bedürfnisse anderer Menschen und ein großes Harmoniebedürfnis. Das macht es ihnen schwer, sich adäquat abzugrenzen. Oft schnappen sie telepathisch Gefühle anderer Menschen auf, leiden mit und fühlen sich dann nicht mehr zentriert im eigenen Ich. Das kann ein Vorteil, aber auch ein Nachteil sein, denn eine ungefilterte Wahrnehmung kann schon das alltägliche Umfeld bei der Arbeit, beim Einkaufen oder auf einer Party zu einer Herausforderung machen.

Sensibilität selbst kann eine große Stärke sein: wenn du gute Antennen für dein Umfeld hast, kannst du Situationen frühzeitig einschätzen, was ein großer Vorteil ist. Du erkennst Gefahren und Fallstricke, aber auch Möglichkeiten. Mit dem Vermögen, sich gut in andere hinein zu versetzen, kannst du Konflikte zu einem frühen Zeitpunkt erkennen und damit verhindern, dass sie immer weiter wachsen und irgendwann unverhältnismäßig ausufern. Wenn du dich leicht von Außeneinflüssen (beispielsweise) Lärm beeinträchtigt fühlst, entwickelst du früher Schutzstrategien als andere – das kann dir in extremen Stresssituationen im Vergleich zu „Ungeübten“ helfen. An Burn-Out oder Stress scheitern in der Regel Menschen, die viel zu spät wahrgenommen haben, dass ihr Umfeld ihnen schadet.

Die bekannteste Literatur zum Thema ist Elaine Arons „The Highly Sensitive Person“. Aron stützt ihre Forschung stark auf die Theorien des schweizerischen Psychologen C.G. Jung und seine Literatur über Introvertiertheit. Ihr Buch wurde seit den 90ern in rund 70 Sprachen übersetzt und gilt als Standardwerk zum Thema. Die erste wissenschaftliche Übersetzung eines Fragenkatalogs oder Tests zum Thema in eine deutschsprachige Version gibt es seit 2015. Trotzdem ist HSP umstritten und hieraus ergibt sich auch der Mangel an Experten und angewandten Methoden in Deutschland.

Fest steht: Manche Menschen nehmen ihre Umwelt besonders intensiv wahr und denken besonders viel und tiefsinnig darüber nach. Das kann sowohl Vor- als auch Nachteil sein: Im positiven Extrem ein angenehm aufregendes und erfülltes Leben – oder auch genau das negative Gegenteil davon, geprägt durch permanente Reizüberflutung.

Um deine Sensibilität als Stärke zu nutzen, kannst du deshalb auch einiges tun – du bist ihr nicht ausgeliefert, sondern sie ist dein Potential. Du kannst lernen, auf deine Intuition zu hören, den zu Mut haben, Konflikte anzusprechen, und deine persönlichen Schutzstrategien gesund ausbauen.

Der Online-Kurs „Sensibel & Stark“ greift die Kerngebiete des Themas Hochsensibilität auf und zeigt, welche persönlichen Stärken sich daraus ableiten lassen. Er umfasst 16 Lektionen in Texten, Videos und Arbeitsblättern. Im Fokus stehen kleine Aufgaben und Gedankenanstöße, beispielsweise zum Thema Glaubenssätze, gesunde Grenzen setzen, Bauchgefühl und Intuition, und Anti-Grübel-Techniken. Ziel des Kurses ist es, eigene Stärken zu erkennen und zu schützen.

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