Coaching und psychologische Beratung

Was ist eigentlich Selbstliebe und warum schützt sie uns?

Der Begriff Selbstliebe ist den einen „zu esoterisch“, den anderen klingt er nach Egozentrik und ungesunder Selbstbezogenheit. Dabei beschreibt er eigentlich genau das Gegenteil davon. Selbstliebe ist ein gesundes Verhältnis zu sich selbst als Basis für Ausgeglichenheit und einen ebenso gesunden Kontakt zu anderen.

Wenn ich mir nicht bewusst bin, welche Stärken, Ressourcen und welchen Wert ich grundsätzlich als Mensch habe, dann suche ich beständig Bestätigung in anderen Menschen. Damit benutze ich sie im Grunde unbewusst und mache mich gleichzeitig auf ungesunde Art abhängig. Natürlich können wir von Feedback lernen und uns weiterentwickeln. Die Art und Weise wie ich damit umgehe, macht jedoch einen großen Unterschied.

Ein gesunder Umgang mit negativem Feedback vom Chef wäre etwa: zuhören, reflektieren, überlegen, was davon zutrifft und entscheiden, ob ich diesen Zustand ändern möchte und letztendlich das Thema abschließen, indem ich daran arbeite oder eben entscheide, alles beim Alten zu belassen.

Am konkreten Beispiel: der oder die Vorgesetzte sagt „Sie greifen nicht hart genug durch“. Ein gesunder Prozess wäre zu überlegen, ob ich wirklich nicht die Ergebnisse und den Respekt bekomme für meine vielleicht sanftere Art und Herangehensweise. Muss und will ich so sein, wie meine Führungskraft mich gerne hätte, um meine Ziele zu erreichen? Oder gibt es andere Wege, die besser zu mir passen? Was kann ich aus dem Feedback lernen? Ein ungesunder Umgang mit dem Feedback der Führungskraft kann etwa so aussehen: ich hinterfrage, ob ich in dem Job und meiner Rolle überhaupt richtig bin, ich verzweifle daran den Ansprüchen meiner Rolle nicht zu genügen, ich mache mir Vorwürfe, weil ich „nicht gut genug“ bin und verbringe vielleicht schlaflose Nächte mit Grübeln und Analysieren meiner „Fehler“.

Selbstliebe bedeutet, die nötige Distanz zwischen mir und meiner Umwelt zu schaffen. Das heißt nicht, dass ich mich komplett abkapsle, sondern, dass ich mir bewusst mache, dass meine Werte und Sicht auf die Welt gleichwertig sind. Es bedeutet so zu handeln, wie es sich gut und richtig anfühlt. Impulse von außen können hier bereichern, Feedback kann uns dabei helfen Dinge zu hinterfragen, aber nicht uns selbst als Person.

Dafür sich selbst seines eigenen Werts – erst recht im Vergleich mit anderen – bewusst zu werden, gibt es eine Reihe hilfreicher Übungen. Die Arbeit an sich selbst und der Aufbau von Grenzen ist damit Selbstschutz und Basis für mehr Ausgeglichenheit. Wenn ich mit mir selbst im Reinen bin und mich nicht mehr über andere definiere oder über das, was ich „richtig“ mache, lasse ich eine große Last hinter mir. Und ich bin frei für authentische Beziehungen zu anderen Menschen – im Job, in der Liebe und in Freundschaften.

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