Coaching und psychologische Beratung

Was macht eine toxische Beziehung aus?

Wann ist eine Beziehung toxisch? Hier hilft direkt der Blick ins Wörterbuch: etwas Toxisches ist giftig oder „sehr bösartig, gefährlich, schädlich, zermürbend“. Damit könnte man sagen: wer sich in einer toxischen Beziehung befindet, merkt das irgendwann auch selbst.

Trotzdem dauert dieser Prozess des Erkennens oft eine lange Zeit und das macht die Situation für Betroffene so schwierig. Mit ein Grund dafür ist, dass sie sich erst einmal nur mit dem Partner befassen: Sie versuchen Gründe für sein (oder ihr) Verhalten zu erforschen, suchen nach Motiven und Gründen.

Viel sinnvoller ist es aber, bei sich selbst eine Art Inventur zu starten. Die folgenden Punkte sind gute Indizien dafür, dass eine Beziehung für dich toxisch ist:

  1. Deine Beziehung ist ein Thema, dass dich 24/7 gedanklich beschäftigt.
  2. Die Beziehung ist geprägt von viel Auf und Ab – entweder ist alles traumhaft oder eben ein Albtraum mit Streit und Drama.
  3. Du zweifelst zunehmend an dir und hast das Gefühl, viele Fehler zu machen oder nicht gut genug zu sein. Manchmal hast du das Gefühl, hart an dir arbeiten zu müssen, damit du wirklich „wertvoll“ bist.
  4. Dir wird vermittelt, dass du grundsätzlich die Schuld für Probleme trägst – Entschuldigen bekommst du selten zu hören.
  5. Du hast immer öfter ein schlechtes Bauchgefühl, weißt aber nicht warum.
  6. Die Beziehung ist immer mehr geprägt von Kontrolle, beispielsweise wird indirekt Druck ausgeübt durch Bewertung der Dinge, die du tust, oder es werden bestimmte Freiheiten beschränkt (z.B. wirst du unter Druck gesetzt, den Kontakt zu bestimmten Personen einzuschränken).
  7. Absprachen und persönliche Grenzen werden nicht respektiert.
  8. Freunde und Familie ziehen sich zurück oder warnen dich bzw. sind besorgt um dich.
  9. Du hast das Gefühl, dass nur du um die Beziehung kämpfst. Es geht viel Energie dafür drauf Dinge „zu verbessern“.
  10. Du merkst selbst, dass es nicht gut läuft, glaubst aber immer an ein gutes Ende.
  11. Der Wunsch nach Nähe und Kontakt zum Partner fühlt sich fast wie eine Sucht an.
  12. Dein Partner sagt öfter verletzende Dinge zu dir. Wenn du ihn darauf hinweist, bist du entweder „zu empfindlich“ oder es war „nur Spaß“. Das Verhalten ändert sich nicht.
  13. Die Beziehung hat starke negative Auswirkungen auf deine Alltagsbasics: Schlafen, Essen, soziale Kontakte, Arbeit und Konzentrationsfähigkeit
  14. Die guten Zeiten werden immer weniger, die schlechten immer mehr.
  15. Die Themen, über die diskutiert wird, sind immer die selben. Oft werden die Dinge im Nachhinein ganz anders dargestellt als sie waren.

Sollte ein großer Teil der Aussagen auf dich und deine Beziehung zutreffen, ist sie toxisch. Wer dich respektiert und als Person schätzt, wird mit dir nicht so umgehen. Natürlich gehören auch schlechte Zeiten zu einer langjährigen Beziehung und niemand ist immer fair und wertschätzend. Diese „Ausfälle“ sind dann aber kurze Momentaufnahmen, und werden in einer gesunden Beziehung gemeinsam angegangen und bleiben bei Einzelfällen, für die jeder Partner in der Beziehung die Verantwortung für seine Anteile übernimmt.

 

Mehr zum Thema:

Hemschemeier, Christian (2019): Der Liebescode. 1. Auflage. Bielefeld, Lutherverlag.

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